in der ausgangsfrage wurde eine nierenförmige abstrahlung von bässen angesprochen.
dies erreicht man nur richtig gut durch sog. "end-fired-arrays".
so ein system besteht aus mehreren bassboxen (ab 3 wir´s erst interessant), die alle nach vorne ausgrichtet hintereinander gestellt werden und wo jede box einzeln mit einem delay verzögert wird, so das sich die energieen quasi nach vorne anschieben und nach hinten auslöschen. schwer zu erklären. wie mein vorredner schon schrieb, bedeutet das natürlich einen erhöhten elektronischen aufwand. und dies ist wohl auch der hauptgrund, warum das eher selten gemacht wird. ein weiterer wichtiger grund: idealerweise wäre so eine anordnung in der mitte der bühne angeordnet. da man aber keine bassboxenreihe
AUF der bühne gebrauchen kann, muss die dann eben unter die bühne... und da ist selten platz.
bei quer vor der bühe gelegten basslinien muss man darauf achten, das der max. abstand der lautsprecher zueinander kleiner als die halbe wellenlänge der höchsten abgestrahlten frequenz ist. bei 100Hz wären das z.b. etwa 1,7m. dieses mass wird von mitte zu mitte der bassgehäuse gerechnet und sollte eher unter- als überschritten werden.
nachteil einer sochen anordung (wie bereits beschrieben):
1. der bass ist auf der bühne fast so laut wie im publikum
2. die abstrahlung wird vor der bühne gebündelt und fällt nach den seiten stark ab.
in einem festzelt bringt eine solchermassen gerichtete abstrahlung vorteile, während es für open-air bühnen mit erforderlicher breiter abstrahlung zu enormen problemen führen kann. um letzterem problem aus dem weg zu gehen steuert man wiederum jede bassbox per delay an, um die linie elektronisch zu "biegen" um so eine breitere abstrahlung zu bekommen.
um weniger bass auf die bühne zu bekommen geht man vor allem bei grossen open-airs immer mehr dazu über, gerichtete basslautsprecher-cluster zu verwenden. das sind dann lautsprecherlinien, die aus einzelnen paketen aus min. drei lautsprechern bestehen, von denen einer nach hinten abstrahlt und die hintere energie auslöscht. das ist aber nicht ganz so einfach wie es sich anört, hierfür muss man sich zwingend in die einschlägige literatur einlesen und/oder sehr teure lautsprechersysteme kaufen die das serienmässig können.
die weit verbreitete links/rechts aufstellung hat in der tat ein paar nachteile, die durch interferenzen entstehen. so ergibt sich immer in der mitte (auch auf der bühne) eine hauptkeule mit einer bassanhebung und dann nach aussen auslaufend (hängt von frequenz und abstand ab) abwechselnd täler und überhöhungen in der bassabstrahlung. so ist das halt, das nennt sich physik ;-)
dummerweise gibt es gerade bei kleineren veranstaltungen selten alternativen zur L/R aufstellung. aber hier gibt es auch vorteile: entweder weil die tops nicht genug bass liefern und deshalb für eine klanglich homogene abstrahlung die nähe der bässe benötigen, die tops ohne die bässe nicht auf eine sinnvolle höhe gebracht werden können oder es einfach keinen platz vor der bühne gibt, geschweige denn unter der bühne...
und ganz ehrlich: bei kleinen gigs hat sich noch niemand darüber beklagt, das die abstrahlung nicht 100%ig homogen ist, oder? ;-)
mit den obenstehenden antworten sollten deine fragen hiermit einigermassen geklärt sein...
Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »wora« (03.10.2008, 07:27)