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11.07.2008, 17:43

Bass Line Array???

Hallo,

suche Informationen zum Thema "Bass Line Array".

Welche Vor- und Nachteile hat ein solches Bass-System gegenüber einen Links/Rechts Bass-System?

Wie verändert sich der Sound gegen über einer Links/Rechts Aufstellung??

In welchen Abständen stellt man die einzelnen Bässe zueinander?? Wie berechnet man diese Abstände?

Welche Delay-Zeiten sind sinnvoll? Wie berechnet man diese Delay-Zeiten? Welchen Punkt nimmt man als Reverenzpunkt denn FOH?

Welche Erfahrungen hab ihr damit gemacht??

Hoffe auf kreative und technisch hochwertige Antworten..........
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13.07.2008, 12:06

Man korrigiere mich, aber "Bass Line Array" sagt für mich nur, dass die Bässe im LineArray geflogen werden. Den Sinn sehe ich neben einem einfacherem Auf- und Abbau in einem besseren Sound. Bei konventionell, auf den Boden gestellten Bässen, hämmern diese gegen die ersten Zuschauerreihen (in erster Linie Stehkonzert) und verpuffen dort. Das Hauptproblem der "fliegenden Bässe" sehe ich im Rigging. Bässe haben ein vergleichsweise hohes Gewicht, womit die komplette Tragkonstruktion entsprechend dimensioniert werden muß.

Die Berechnung der Delay-Zeiten findet man in einschlägigen Formelsammlungen (z.B. VPLT-Bookshop).

Die Delay-Zeit ergibt sich aus der Schallgeschwindigkeit.

Dieser Beitrag wurde bereits 3 mal editiert, zuletzt von »eventdspor« (12.10.2008, 10:53)

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13.07.2008, 14:12

Es geht nicht um Bässe fliegen, sondern um die Aufstellung der Bässe vor der Bühne. Die einzelnen Bässe sind über die Breite der Bühne verteilt oder sogar weiter.
Erreicht werden soll eine Richtwirkung nach vorne. Ähnlich einer Niere.
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13.07.2008, 14:30


Es geht nicht um Bässe fliegen, sondern um die Aufstellung der Bässe vor der Bühne. Die einzelnen Bässe sind über die Breite der Bühne verteilt oder sogar weiter.
Erreicht werden soll eine Richtwirkung nach vorne. Ähnlich einer Niere.



... was dann, meines Wissens, nicht viel mit "Line Array" zu tun hat.

=> http://de.wikipedia.org/wiki/Line_Array



Zur Frage theoretisch:

Sinn der Übung ist eine gleichmäßige Beschallung des Raumes. Somit wird die Aufstellung des horizontalen LineArrays von dem Abstrahlverhalten der Bass-Lautsprecher/Boxen bestimmt.

Dieser Beitrag wurde bereits 6 mal editiert, zuletzt von »eventdspor« (12.10.2008, 10:56)

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BenKu

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5

20.09.2008, 11:20

Bass-Arrays, Teil 1

Hallo zusammen,
hier meine Antwort in 3 Schritten:

1) Grundsätzlich ist es immer! am Besten, den Schall aus einer ! Quelle auszuleiten. Daher ist es auch bei der Bass-Beschallung von Vorteil, nur 1 Bass in die Mitte vor die Bühne zu stellen. Es erfolgt bei einer Frequenz von 20 ... 100 Hz (obere Grenzfrequenz am Controller des Bassbereichs) eine kreisförmige Abstrahlung.
-> Vorteil: keine Interferenzen mit anderen Lautsprechern
gleichmäßige Beschallung der gesamten Zuschauerfläche
-> Nachteil: schon bei mittleren Bühnen ist ein Bass zu leise

Den Nachteil kann man teilweise verkleinern, indem man mehrere Bässe nebeneinander stellt. ( Ein Bass-Array). Allerdings darf die physikalische Breite von 1,70 m nicht überschritten werden. ( Bei einer Schallgeschwindigkeit von 340 m/s und einer max. Frequenz von 100 Hz ergibt sich eine Wellenlänge von 3,4m; eine Halbwelle von 1,70m.) In der Praxis heißt dies, nur 3 Bässe nebeneinander stellen. Ein vierter Bass verringert wieder die Lautstärke und erzeugt destruktive Interferrenzen.
Bei 3 Bässen ergibt das in der Praxis einen Pegelgewinn von ca. +10 dB. -> Doppelte Lautstärke

Nachteil dieses Bass-Mittelclusters:
-> Auf der Bühne ist es im Bass-Bereich ebensolaut wie im Zuhörer-Bereich. Es ergeben sich schnell Probleme bei der Abnahme des Kick-Drum. Der Monitorsound muß laut gefahren werden, damit der Bass-Bereich der PA übertönt wird.

Vorteil:
-> gleichmäßige Beschallung der gesamten Zuschauerfläche incl. des FOH-Bereichs.

Persönliche Anmerkung:
Diese Konfiguration setzte ich bei kleinen Bühnen ( bis 6x4m Outdoor, 8x6m Indoor) gerne und mit großem Erfolg ein.

Alles ok bis hierhin? Rückmeldungen oder Fragen gerne an mich.

Ben
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BenKu

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6

20.09.2008, 11:47

Bass-Arrays, Teil 2

Hallo zusammen,

benötige ich mehr Lautstärke im Bassbereich oder wird die Bühne größer ( -> 12x8m) empfiehlt sich eine konventionelle Beschallung mit Bass-Arrays links und rechts von der Bühne. Auch hier sollten aus Interferrenz-Gründen nicht mehr als 3 Bässe nebeneinander gestellt werden. Man kann ja auch vertikal stacken.
Grundsätzlich ergibt sich hier das Problem, daß der Bass von 2 Schallorten ausgeleitet wird. Je nach Abstand der Bassboxen, die ja abhängig von der Bühnenbreite ist, ergeben sich positive und destruktive Interferenzen, d.h. stark ausgeprägte Keulen. Diese können bis zur völligen Auslöschung des Signal führen. Eine homogene Abstrahlung läßt sich nicht mehr erreichen. Liegt der FOH-Platz in einer deutlichen Absenkung, hebt der Sound-Engineer den Bass an, um einen adäquaten Pegel zu bekommen. Nur 2m weiter werden sich die Zuhörer über den enormen "Bass-Bums" beschweren. Ein Abgehen der Zuhörerfläche ist unabdingbar.
Die Keulen breiten sich auch nach hinten auf die Bühne aus. Steht die Kick-Drum in einer destruktiven Interferrenz, ist die Abnahme kein Problem. Verrückt der Drummer sein Set nur um 1m, treten riesige Probleme auf.

Vorteile:
- große Lautstärken möglich
- keine Bütecs für die Tops mehr nötig
- Die PA-Bass-Lautstärke auf der Bühne ist geringer als beim Mittelcluster
- einfacher und schneller Aufbau
Nachteil:
- Keine homogene Abstrahlung mehr im Zuhörerbereich, Keulenbildung. Schlechteres Klangbild.
- vor den Bassboxen werden die Zuhörer mit enormen Schallpegeln belastet. ( evtl. Abschranken)

In der Regel dämpfen die Zuhörerreihen den Basspegel erheblich. Gut ist, wenn die Bässe erhöht -doch wieder auf Bütecs- gestellt werden können. Geflogene Bässe sind zwar edel und akustisch gut, erzeugen aber einen imensen Arbeitsaufwand bei dem Aufbau und haben aufgrund des hohen Gewichts große Anforderungen an die Statik der eingesetzten Truss.

Tip: Simulationssoftware einsetzen, um die Keulenwirkung zu visualisieren.

Bis hierhin ok? Rückmeldungen und Fragen gerne an mich

Ben
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BenKu

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7

20.09.2008, 12:28

Bass-Arrays, Teil 3

Hallo zusammen, jetzt kommen wir zur eigentlichen Frage von VTman,

was ist zu tuen, wenn ich die Vorteile des Bass-Mittelclusters ( gleichmäßige Schallverteilung) und der konventionellen Links-Rechts-Lösung (hoher Schalldruck) gleichzeitig nutzen möchte?
Man nimmt 4 oder 6 oder 8 oder ..... Bässe und legt sie nebeneinander vor die Bühne (oder die untere Bühne). Die Literatur spricht hier von einem horizontalen Bass-Array, der Begriff Bass-Linearray ist nicht gebräuchlich.
Die Keulenbildung nimmt entgegen der konventionellen Links-Rechtslösung deutlich ab. Das Bass-Bild wird deutlich homogener und dadurch für die Zuhörer besser. Die zusätzlichen Lautsprecher dienen aber nicht wesentlich zur Erhöhung des Basspegels sondern nur zur Ausrichtung des Schalls.

Wenn die Bässe nicht in einer Reihe liegen, sondern nach vorne bzw. nach hinten gerückt werden, spricht man von einem gerichteten Bass-Array (in male oder female Anordnung). Die Abstände der Boxen zueinander wie auch die Verrückungen nach hinten sind stark von den örtlichen Begebenheiten abhängig. Derartige Bass-Systeme sind ohne Simulations-Software nicht mehr beherrschbar.
Der identische Effekt der Verrückung nach vorne und hinten läßt sich natürlich auch durch Delay-Zeiten am Systemcontroller erzeugen, was zwar teuerer aber erheblich weniger schweißtreibend ist.

Praxistip: Die äußeren Bässe können natürlich auf Bütecs- gestellt werden, was den hinteren Reihen zugute kommt. Dies empfieht sich für die mittleren Bässe nicht, da man sonst den Sänger nicht mehr sieht. Hier können die Bässe unter die Bühne gelegt werden.

Die oben aufgeführte Technik kann noch weiter ausgereizt werden: Ein oder mehrere Bässe können umgedreht werden, so daß sie nach hinten abstrahlen. Derartige Arrays nennt man "Backfire" oder "Endfire"-Arrays und werden von mehreren Großfirmen sehr erfolgreich eingesetzt. Der Schall kann durch unterschiedliche Delayzeiten der einzelnen Boxen sehr stark gerichtet werden, so daß z.B. hinter der Bühne wohnende Bürger einem deutlich niedrigerem Schallpegel ausgesetzt werden.

Derartige Systeme setze ich häufig in der Praxis auch bei kleineren Produktionen ein.
Vorteile:
- sehr homogenes Klangbild
- geringe Bühnenlautstärke
- Schutz der Anwohner
Nachteile:
- komplexere Planung mit Simulationssoftware notwendig
- hoher technischer Aufwand durch viele Boxen und Amps, der bei Einsatz von aktiven Boxen aber gering bleibt


Bis hierhin ok? Fragen und Anregungen gerne an mich.

Bei vertiefter Diskussion um "Endfire"-Systeme sollten wir einen eigenständigen Threat eröffnen.

Ben
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03.10.2008, 07:22

in der ausgangsfrage wurde eine nierenförmige abstrahlung von bässen angesprochen.
dies erreicht man nur richtig gut durch sog. "end-fired-arrays".
so ein system besteht aus mehreren bassboxen (ab 3 wir´s erst interessant), die alle nach vorne ausgrichtet hintereinander gestellt werden und wo jede box einzeln mit einem delay verzögert wird, so das sich die energieen quasi nach vorne anschieben und nach hinten auslöschen. schwer zu erklären. wie mein vorredner schon schrieb, bedeutet das natürlich einen erhöhten elektronischen aufwand. und dies ist wohl auch der hauptgrund, warum das eher selten gemacht wird. ein weiterer wichtiger grund: idealerweise wäre so eine anordnung in der mitte der bühne angeordnet. da man aber keine bassboxenreihe AUF der bühne gebrauchen kann, muss die dann eben unter die bühne... und da ist selten platz.

bei quer vor der bühe gelegten basslinien muss man darauf achten, das der max. abstand der lautsprecher zueinander kleiner als die halbe wellenlänge der höchsten abgestrahlten frequenz ist. bei 100Hz wären das z.b. etwa 1,7m. dieses mass wird von mitte zu mitte der bassgehäuse gerechnet und sollte eher unter- als überschritten werden.
nachteil einer sochen anordung (wie bereits beschrieben):
1. der bass ist auf der bühne fast so laut wie im publikum
2. die abstrahlung wird vor der bühne gebündelt und fällt nach den seiten stark ab.
in einem festzelt bringt eine solchermassen gerichtete abstrahlung vorteile, während es für open-air bühnen mit erforderlicher breiter abstrahlung zu enormen problemen führen kann. um letzterem problem aus dem weg zu gehen steuert man wiederum jede bassbox per delay an, um die linie elektronisch zu "biegen" um so eine breitere abstrahlung zu bekommen.
um weniger bass auf die bühne zu bekommen geht man vor allem bei grossen open-airs immer mehr dazu über, gerichtete basslautsprecher-cluster zu verwenden. das sind dann lautsprecherlinien, die aus einzelnen paketen aus min. drei lautsprechern bestehen, von denen einer nach hinten abstrahlt und die hintere energie auslöscht. das ist aber nicht ganz so einfach wie es sich anört, hierfür muss man sich zwingend in die einschlägige literatur einlesen und/oder sehr teure lautsprechersysteme kaufen die das serienmässig können.

die weit verbreitete links/rechts aufstellung hat in der tat ein paar nachteile, die durch interferenzen entstehen. so ergibt sich immer in der mitte (auch auf der bühne) eine hauptkeule mit einer bassanhebung und dann nach aussen auslaufend (hängt von frequenz und abstand ab) abwechselnd täler und überhöhungen in der bassabstrahlung. so ist das halt, das nennt sich physik ;-)
dummerweise gibt es gerade bei kleineren veranstaltungen selten alternativen zur L/R aufstellung. aber hier gibt es auch vorteile: entweder weil die tops nicht genug bass liefern und deshalb für eine klanglich homogene abstrahlung die nähe der bässe benötigen, die tops ohne die bässe nicht auf eine sinnvolle höhe gebracht werden können oder es einfach keinen platz vor der bühne gibt, geschweige denn unter der bühne...
und ganz ehrlich: bei kleinen gigs hat sich noch niemand darüber beklagt, das die abstrahlung nicht 100%ig homogen ist, oder? ;-)

mit den obenstehenden antworten sollten deine fragen hiermit einigermassen geklärt sein... :thumbup:

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »wora« (03.10.2008, 07:27)

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BenKu

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9

05.10.2008, 21:19

Bass-Arrays, Amping

Hallo zusammen,

Wora hat die Grundlagen vom End-Fire-Systemen gut erklärt. Aber vorsicht, das ist nichts für Anfänger und nichts für Bastelsysteme. Die Schallfeld-Formung (Niere, Keule usw.) entsteht durch Auslöschungen und Überhöhungen der einzelnen Lautsprechersysteme.
Wenn da ein Lautsprecher ausfällt oder nur ein Amp dauernd in die Begrenzung fährt, können enorme Lautstärkesprünge im Bassbereich auftreten.

Das sollte ein gewissenhafter Sys-Tech schon einmal in der Simulation ( z.B. mit mapp-Online) durchgespielt haben.

Ben
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10

06.10.2008, 10:22

BassArray Simulation

Danke für die Antworten.

Gibt es im Netz Simulationsprogramme, die man kostenlos verwenden kann?
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11

24.10.2008, 11:08

bassarray

es gibt bei d&b ein simulationsprogramm. du findest es unter downloads arrayrechner. der bassarrayrechner ist im ormalen linearrayrechner integriert, also kein extra programm.
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12

17.02.2011, 10:35

RE: bassarray

es gibt bei d&b ein simulationsprogramm. du findest es unter downloads arrayrechner. der bassarrayrechner ist im ormalen linearrayrechner integriert, also kein extra programm.


Ich finde dieses Programm als zu sehr an die Lautspecher aus dem eigenen Hause angelehnt und auch etwas umständlich in der Bedienung.Mapp online geht besser
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